Mit Athletinnen und Athleten in verschiedensten Disziplinen, zahlreichen persönlichen Bestleistungen und einem Jugendwettkampf, der Mamis und Papis zu Tränen rührte, durften wir das Eidgenössische Turnfest in Lausanne lancieren.
Das erste Wochenende ist bereits Geschichte – und der Schlusspunkt dessen wird einmal mehr in die Annalen eingehen. Zweimal durften wir es bereits erleben, dass nun aber der dritte Zehnkampf-Sieg in Folge durch Reto hinzukommt, ist trotzdem kaum zu glauben. Aber der Reihe nach.
Donnerstag – Startschuss mit den Leichtathletinnen
Bereits am Donnerstag eröffneten unsere beiden Leichtathletinnen Leonie Müller und Karin Diethelm den Reigen mit ihrem Vierkampf. Leonie zeigte einen guten Wettkampf und sammelte insgesamt 1697 Punkte. Karin erreichte mit starken Leistungen 2088 Punkte – besonders beeindruckend war ihr Satz im Weitsprung, wo sie erstmals die 5-Meter-Marke knackte.
Freitag – Volle Power bei den Männern und jungen Athletinnen
Am Freitag war die Reihe dann an den Sechskämpfern. Finn Schuler setzte sich hier in der internen Rangliste mit 3494 Punkten knapp vor Andreas Bachmann (3479), Fabrice Honegger (3167) und Florian Bruhin (3007) durch. Auch bei den U16-Athletinnen zeigten drei junge Turnerinnen vollen Einsatz: Svenja Kühne (1638 Punkte), Laura Ruoss (1929 Punkte) und Anina Müller (1875 Punkte) sammelten wertvolle Wettkampferfahrung bei einem so grossen Anlass.
Im Turnwettkampf der Aktiven holten Remo Bodmer (27.23), Manuel Siegrist (25.94) und Marco Schalch (24.24) solide Noten. Wäde Bodmer startete hingegen im Turnwettkampf 35+ und erzielte 28.96 Punkte – inklusive 10.00 im Kugelstossen und Weitsprung. Alle hatten sie jedoch mit der schwierig zu bespielenden Unterlage im Unihockey-Parcours zu kämpfen. Auch Urs Wallimann gelang mit 25.70 Punkten einen guten Wettkampf und er zeigte sich insbesondere mit seiner Barrenübung sehr zufrieden. Im Geräteturnen in der Kategorie K5 TI standen mit Mara Ruoss und Sina Diethelm zwei jungen Turnerinnen im Einsatz, beiden überzeugten insbesondere am Boden.
Auch in diesem Jahr stellten wir mit Martin Schalch einen Nationalturner. Zwar hatte man ihn durch ein Missverständnis bei der Anmeldung erst zu seinem Glück zwingen müssen, doch bereitete er sich in den letzten Monaten und Wochen mit gezieltem Training auf den Wettkampf vor. Mit guten Vornoten am Freitag und zähem Ringen und Schwingen am Samstag standen zum Schluss beachtliche 88.60 Punkte zu buche.
Samstag/Sonntag – Ein Festsieg und ein Adieu
Am Sonntag standen unsere beiden erfahrenen Geräteturnerinnen Carola Baumgartner und Alicia Bruhin im Einsatz. Carola (32.35 Punkte) erturnte sich im Sprung und am Boden die höchsten Noten. Alicia (28.85) zeigte an den Schaukelringen die beste Leistung.
Das ganze Wochenende über im Einsatz standen unsere fünf Zehnkämpfer. Marco Bieri, Nicolas Ruesch und Niklas Schuler starteten in der Kategorie U18, wobei es für Marco und Nicolas eine Feuertaufe im Zehnkampf war, welche beide mit Bravour bestanden. Auch Niklas zeigte bei brütender Hitze tolle Resultate.
Ja und dann waren da noch Reto Fässler und Roman Baumgartner. Beiden gelang ein Wettkampf, an den sie sich wohl ein Leben lang erinnern werden. Reto – welcher im Vorfeld selbstbewusst preisgab: „Ich wirde dä dritti Sieg für de TVBS heihole!“ – er lieferte. Die vielen Facetten eines Zehnkampfes wurden einmal mehr aufgezeigt. Da absolvierte er die ersten sieben Disziplinen furios, u. a. mit PB’s im Weit- und Hochsprung, Kugelstossen, 400m-Lauf und über die Hürden. Nur um dann im Stabhochsprung einen richtigen Dämpfer zu kassieren. Ein „Blackout“, welches die ganze Sache wieder richtig spannend machte. Und als die Konkurrenz im Speerwurf ebenfalls überzeugte, war jedoch der Tiger in Reto wieder geweckt. „Ich bring en hei!“ ging ihm im abschliessenden 1500-Lauf wohl durch den Kopf. Um fünf Sekunden verbesserte er hier noch einmal seine PB, lief als Erster über die Ziellinie und brachte „ihn“ heim! Nach Michi Bucher 2013 und Thomas Bucher 2019 das dritte Mal in Serie – Wow! Mit 7‘335 Punkten verbessert er den in Landquart erst kürzlich aufgestellten Kantonalrekord erneut. In der Wertung der Schweizer Meisterschaft durfte er zudem die Bronzemedaille entgegen nehmen.
Unser Baumi wusste vor dem Fest nicht so recht, ob es nun wirklich sein letzter Zehnkampf werden sollte. Bedingung war ein schöner Abschluss. Und wie kann es schöner enden, als mit vielen neuen Bestleistungen inkl. höchster Punktezahl (5‘871) in einem Zehnkampf. Ja, der Baumi wird dem Zehnkampf fehlen. Wir jedoch können hoffentlich noch lange auf dich zählen – schliesslich bist du ja so gut wie nie zuvor;-)
Vereinswettkampf Jugend
Was die Grossen noch vor sich haben, haben die Kleinen bereits hinter sich; der 3-teilige-Vereinswettkampf. Mit nicht weniger als 91 Kindern zwischen 6 und 16 Jahren reisten wir gemeinsam im Zug nach Lausanne. Und es brauchte sowohl im Vorfeld, als auch während des Tages selber eine unvergleichbare, minutiöse Vorbereitung und wachsame Augen, damit auch jedes der Kinder jeweils auf der richtigen Anlage stand. Ein Riesendank an dieser Stelle an unsere Jugendkoordinatorin Simi Bodmer sowie allen Leiterinnen und Leitern.
Der Wettkampf begann mit der Pendelstafette. Hier verlangte eine neue Weisung, dass die Kinder ohne Hilfe wegliefen. Trotz kleiner Unsicherheiten bei den Übergaben und drei Fehlern, erreichten unsere Sprinterinnen und Sprinter die starke Note von 9.64.
Im zweiten Teil standen Ballwurf und Hindernislauf auf dem Programm. Mit den Noten 9.02 im Ballwurf und 8.55 im Hindernislauf durfte man ebenfalls zufrieden sein. Unsere beiden Gymnastikriegen zeigten einmal mehr tolle Auftritte: Die Gruppe 1 erturnte die sensationelle Note 9.70 und auch Gruppe 2 präsentierte sich trotz ein, zwei Unsicherheiten stark und erhielt 8.83 Punkte. Überzeugen konnte auch unsere junge Schaukelringriege. Mit der Note 8.79 zeigt die Formkurve stark nach oben und sie erturnten die beste Note seit der Riegen-Gründung vor zwei Jahren. Im Weitsprung wuchsen dann zum Schluss noch einmal alle über sich hinaus und die tolle Note von 9.15 war der verdiente Lohn. Insgesamt resultierte daraus die Gesamtnote von 27.49 – eine Leistung, auf die wir alle stolz sein dürfen. Mit total 165 geleisteten Einsätzen verbuchte man weit mehr als nötig, denn im Vordergrund stand klar das gemeinsame Erlebnis. Auch die Heimreise wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, wandelten doch alle von Klein bis Gross den Zug in ein Partymobil um. Auch hier wurden von Eltern vor Lachen und Freude das eine oder andere Tränchen verdrückt.
Mit all diesen tollen Resultaten und Erlebnissen blicken wir mehr als zuversichtlich Richtung zweites Wochenende. Der Freitag steht vor allem im Zeichen der schätzbaren Disziplinen. Am Samstag steigen dann die Leichtathleten in die Hosen. Zusammen mit der Gymnastikriege vom DTV versuchen sie, den Podest-Coup von 2019 in Aarau zu wiederholen. Ein Unterfangen, welches zwar äusserst schwierig, aber bei optimalem Wettkampf doch nicht ganz unmöglich erscheint.



